Dienstag, 8. Juni 2010

Blick nach vorne

In etwas über 24 Stunden beginnt es, mein zweites Race Across America: 4830 Kilometer, 30000 Höhenmeter, einmal quer durch die USA von Küste zu Küste. Ich fühle mich gut und relaxed, der Ruhepuls ist immer noch bei 39, meine Crew arbeitet super. Die Nervosität ist nicht ganz so hoch wie vor zwei Jahren - es ist immer ein bisschen leichter, wenn man weiß, was auf einen zukommt. Andererseits gibt es im Englischen so einen schönen Spruch: Confidence is what you have until you fully comprehend the situation...

Fotos: 8.6.2010, Oceanside
















Montag, 7. Juni 2010

Fotos: 7.6.2010, Oceanside



































California Workin'

Noch zwei Tage: Gestern ist mein Team endlich in Los Angeles angekommen. Jetzt bereiten wir uns gerade auf den Start vor. Auf dem Programm stehen Besprechungen für Rennfahrer und Teamleiter, Interviews und Fototermine - außerdem müssen unsere beiden Autos und das Wohnmobil noch beklebt werden. Ach ja: Das Fahrrad sollte natürlich auch glänzen.

Samstag, 5. Juni 2010

Heiße Höhe


41 Grad auf 800 Meter Höhe: Der letzte Hitzetest in der Mojave-Wüste war erfolgreich. Nächste Woche, wenn das RAAM erst einmal begonnen hat, dürfte es noch heißer werden - dann bei bei Höhen unterhalb (!) des Meeresspiegels. Das ist heftig. Aber nichts im Vergleich zur Sauna beim ASV Vörstetten...

"Ich will nicht leiden"

Die Badische Zeitung hat heute über mich und mein RAAM-Projekt berichtet. Das Interview gibt es hier.

Freitag, 4. Juni 2010

Fünf Gründe...

Am Mittwoch beginnt das Race Across America. Es gibt viele Gründe, sich darauf zu freuen - hier sind fünf. Ohne Reihenfolge.
Erstens: Ich freue mich auf das Naturerlebnis und darauf, andere Leute für so etwas zu begeistern. Wir haben ein Filmprojekt gestartet, um zu zeigen, wie man solch eine gewaltige Herausforderung physisch, mental und sozial bewältigen kann - wenn die Vorbereitung stimmt.
Zweitens: Ich freue mich, dass meine Familie, meine Freunde und ich die Chance haben, eine lebensverändernde Erfahrung zu machen. Ich bin nicht der Einzige, für den es hart wird. Ich bin aber auch nicht der Einzige, für den das Rennen ein fantastisches Erlebnis wird. Meine Kinder berichten mir jetzt schon immer wieder, wie sie es schaffen, Herausforderungen besser zu meistern - weil das Beispiel RAAM ihnen gezeigt hat, was mit Willenskraft alles möglich ist.
Drittens: Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinem Team. Das RAAM ist alleine nicht zu schaffen. Wenn ich erfolgreich bin, werden alle erfolgreich sein - und das wird uns im Ziel keiner mehr nehmen können.
Viertens: Ich freue mich auf die Bilder und die Filmsequenzen, die das Medien-Team mit nach Hause bringt - und die ich zusammen mit meinem Sohn zu einem bewegenden Film zusammensetzen will.
Fünftens: Ich bin gespannt, ob es mir wieder gelingt, einen verschollenen Teil von mir zu entdecken. Ich fühle mich momentan sehr wohl in meiner Haut, die Balance stimmt - und ich bin gespannt, ob diese auch stabil genug ist, mich noch einmal quer durch die USA zu bringen.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Aus der Wüste in die Berge

Heute in Las Vegas steht das komplette Kontrastprogramm zu den Rockies an: All-You-Can-Eat-Buffets, schwimmen und relaxen bei 30 Grad im Schatten. Kaum zu glauben, dass wir noch vor wenigen Stunden einen letzten Materialtest im Schnee hinter uns gebracht haben, auf einer Höhe von 3000 Metern. Dort wollte ich das neue Windstopper-Material von Gore Bike Wear noch einmal unter Extrembedingungen ausprobieren. Und bin begeistert: Ich kam mit wenig Gewicht und guter Klimatik über die Berge. Bald steht der nächste Test an - bei brütender Hitze in der Mojave-Wüste.

Dienstag, 1. Juni 2010

Belastung & Balance

In einer Woche beginnt das Race Across America. Zeit zum Nachdenken: Ich werde oft gefragt, warum ich das eigentlich mache - 4830 Kilometer bei Hitze und Kälte, Regen und Wind mit dem Fahrrad zu fahren. Das Rennen ist schon mit einer Besteigung des Mount Everest verglichen worden, aber das ist nur zum Teil richtig: Beim Everest muss man weitergehen, immer weiter - beim RAAM kann es sinnvoller sein, aufzuhören. Bequemer wäre das auf jeden Fall. Daher braucht man viel mentale Stärke, wenn man sich quält. Aber auch dann, wenn man versucht, das Rennen durch die richtige Strategie zu einer Genussfahrt zu machen - schließlich muss man die richtige Balance finden zwischen Belastung und Regeneration. Auf jeden Fall ist das RAAM mehr als eine Fahrt von Küste zu Küste, es ist eine Reise in das innere Selbst. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen esoterisch, aber es ist wirklich so: Das Rennen ist ein Tor. Wer hinein fährt, kommt verändert hinaus. Bei meiner ersten Teilnahme vor zwei Jahren konnte ich durch eine ausgeklügelte Strategie die Belastung im Griff halten und das Rennen sogar genießen. Die mentale Belastung war dafür sehr hoch. Ich habe dabei den Teil von mir entdeckt, der bisher Triebfeder für ganz viele meiner Aktivitäten war - ohne dass ich wusste, ihn verloren zu haben.

Sonntag, 30. Mai 2010

Der Countdown läuft...

Langsam, aber sicher beginnt die letzte Phase der Vorbereitung. Nur noch fünf Tage Höhenakklimatisation auf etwa 2500 Metern über dem Meeresspiegel stehen an, dann geht es über Las Vegas und die Mojave-Wüste - letzte Hitzeanpassung - zum Treffen mit dem restlichen Team in LA. Gestern auf der Originalstrecke im Monument Valley machte meine Tochter Nadja eine wundersame Entdeckung. Der Wind formte merkwürdige Buchstaben im Wüstensand, die nur für uns einen Sinn ergaben - sie hat sie sofort fotografisch festgehalten.